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  Bisherige Meinungen und Erfahrungen: 
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  Mona Krupp schrieb am 20.03.2017  
Hallo Kelly, ich habe sehr interessiert Deine Geschichte um die "Hufrolle" von Lea gelesen. Ich habe gerade auch diese Diagnose - Verletzung tiefe Beugesehne im Huf/ Weichteilschaden - >Orthopäd. Beschlag etc. Das will ich nicht und habe mich ebenfalls bereits einen Hufschmied mit Verständnis für Barhuf mit derartigen Problem gefunden. Ich hoffe es funktioniert da es nicht einfach war einen Hufschmied zu finden der gegen die ärztl. Empfehlung den Weg der barhufbearbeitung aufnehmen möchte.
Ich habe nun doch noch einige Fragen an Dich. Mein Pferd steht seit Geburt vor 12 Jahren in Offenstallhaltung. Nun ist er seit Ende Januar aufgestallt damit die akute und hochgradige Lahmheit- Sehnenschaden im Huf - erst mal zur Ruhe kommt.
Was hast Du unterstützend zur weiteren Durchblutung etc. gefüttert ? Kannst Du mir da Empfehlungen geben ggf. inkl. für Lieferanten da der Markt ja so einiges bald zu viel hergibt.
Zum Weidegang. Er soll im Sommer wieder auf die Weide jedoch zunächst einmal auf eine Weide abseits der Herde. Leider ist dort der Boden eher tiefer und bei/nach Regen nicht immer sehr fest. Am Offenstall wird hingegen die Weide bei Trockenheit beton hart und zudem ist der Winterstall mit Beton Auslauf als Unterstellmöglichkeit geöffnet jedoch ohne Einstreu. Was denkst Du eigentlich wäre doch weicher Boden besser als Betonfester Boden wegen der Stoßdähmung aber für Sehne ist doch weicher Boden nicht so gut. Ich bin nun am überlegen was besser wäre. Auf der weichen Extra Weide ist mehr ruhe da dort nur Rentner sind. Meiner ist in der Herde sonst der Boss ( 12 Jahre ) und wenn nun im Sommer ggf. neue Einsteller einziehen wird er erst mal sortieren und daher wollte ich ihn erst im Herbst wieder in die Offenstallherde stellen wenn der Huf sich stabilisiert hat. Es ist nicht einfach man muss ganz schön viel abwägen. Es wäre schön wenn Du mir ggf. aus Deinem Erfahrungsschatz was sagen könntest.
Insbesondere der "Durchblutungsfördernden" Mittelchen.
Ich werde mich nun weiter belesen auf Deiner tollen HP was Beschäftigung in unserer jetzigen Situation angeht. Damit er mir nicht bald über den Kopf steigt . Vielen Dank für Deine Tipps . Eine tolle Seite . Liebe Grüße Mona aus Hamburg
     
   

Kommentar von Kelly zu Eintrag von Mona Krupp:

Liebe Mona,

vielen Dank für Deinen Eintrag. Gerne möchte ich Dir von meinen Erfahrungen berichten.

In den ersten Jahren - nach der Akutbehandlung mit Prednisolon und anderen Entzündungshemmern - bekam Lea durchgehend das Medikament Isoxuprine und leider den vom Tierarzt empfohlenen sogenannten orthopädischen Beschlag. Auch die verordnete Boxenhaft habe ich leider gemäß Tierarztansage durchgezogen. Ich nehme an, Du hast unsere Hufgeschichte gelesen, der Beschlag verschlechterte den Zustand, weshalb öfter die "Methode" gewechselt wurde. In diesen Jahren habe ich viele Kurse, Seminare und Vorträge zum Thema Pferdeanatomie, Bewegungsmechanik und Hufbearbeitung besucht. Ich bin dann zum Glück irgendwann auf die Biernat-Huforthopäden gestoßen. Seitdem ging es bergauf. Die Methode der Hufbearbeitung nach Biernat unterscheidet sich grundsätzlich von allen anderen Hufbearbeitungsmethoden, da der Bewegungsablauf der Gliedmaßen des jeweiligen Hufes berücksichtigt wird. Dabei wird der Huf nicht "in Form" gefeilt und von unten gekürzt, sondern die Außenwände der Hufe werden derart bearbeitet, dass sich das Pferd die Hufe schonend selbst in eine gesunde Form läuft. Bis sich eine gesunde Hufform einstellt, kann es Jahre dauern, weil schonend vorgegangen wird. Ich möchte Dir als dringedste Empfehlung einen Huforthopäden nach Biernat ans Herz legen. Sicherlich gibt es auch einen in Deiner Nähe, hier findest Du entsprechende Listen nach Postleitzahl geordnet: http://difho.de/huforthopaeden-finden/#wpgmza_table_1_wrapper und http://dhgev.de/huforthopaeden/#/main . Zusätzlich zur Hufbearbeitung nach Biernat habe ich mit einer Pferdephysiohtherapeutin ein Gymnastikprogramm für Lea ausgearbeitet. Die starken Medikamente wurden abgesetzt und wir sind umgestiegen auf Teufelskrallenwurzel und Ingwer. Diese Produkte bestelle ich seit vielen Jahren bei der Gewürzmühle Neumann in Herzfelde. Die Dosis der (geschnittenen oder gemahlenen) Teufelskralle darf nicht zu niedrig sein, ich gebe monatlich etwa 100,- Euro dafür aus, aber es zeigt eine deutliche Wirkung. Seit 1996 als die Diagnose gestellt wurde, hat sich der Zustand des Hufrollenkomplexes von Lea dennoch langsam verschlechtert. Wir haben es wunderbar geschafft, den Prozess zu verlangsamen, aufhalten konnten wir ihn jedoch leider nicht. Deshalb plagten Lea ab etwa 2009 immer wieder Schmerzphasen, in denen Medikamente verabreicht wurden. Leider schlugen sich die Nebenwirkungen der Schmerzmedikamente katastrophal auf Lea´s Leber- und Nierenwerte nieder. Weshalb in akuten Phasen nur noch Entzündungshemmer gegeben wurde (Prednisolon). Ich habe mich deshalb im Jahr 2013 entschieden, bei Lea eine Neurektomie durchführen zu lassen. Seitdem ist Lea schmerzfrei. Natürlich erhält sie weiterhin die Teufelskrallenwurzel und den Ingwer sowie ihre Gymnastikeinheiten. Die Hufbeabeitung erfolgt weiterhin in kurze Zeitabständen nach der Methode von Biernat. Die Neurektomie würde ich jedoch niemals bei einem jungen Pferd durchführen lassen. Ich habe mir das wirklich gut überlegt. Lea war bei der Operation etwa 23 Jahre alt. Weiterhin wird der Zustand von Lea´s Beinen regelmäßig durch den Tierarzt geprüft. Lea geht es wieder gut, wie auf vielen Fotos hier - meine ich - deutlich zu sehen ist.

Als Untergrund empfehle ich unbedingt festen Boden, da bei Einsinken die Beugesehne noch mehr gereizt wird. Am Schlechtesten für die gesamte Durchblutung des Beines und Hufes ist ein Stehen im Stall oder auf dem Paddock. Ich würde das Pferd UNBEDINGT weiterhin im Offenstall belassen. (Ich gehe selbstverständlich von einem pferdegerechten, gut organisierten Offenstall mit abegestimmter Herde und ausreichend Platz und Futterstellen aus. Ohne Stressfaktoren und ohne Streit um Futter, Platz, etc.) Gleichmäßige, dauerhafte freie Bewegung ist ganz wichtig für die Durchblutung der Pferdebeine und für den Abtransport der Schlackenstoffe, die sich durch die Entzündung im unteren Bereich des Beines sammeln. Als bitte raus mit dem Pferd in den Offenstallbereich. Zweiter ganz wichtiger Punkt ist die richtige Hufbearbeitung: wie gesagt ein Schmied wird den Huf immer von unten kürzen und in Form bringen. Bei der HO nach Biernat wird ganz anders vorgegangen, es lohnt sich wirklich, sich mit dieser Art und Weise der Hufbearbeitung auseinander zu setzen. Und bitte ermögliche dem Pferd Bewegung im Offenstall, so wird die akute Entzüdung am Besten heilen und das Pferd bleibt psychisch im Gleichgewicht.

Ich wünsche Dir und Deinem Pferd von ganzem Herzen alles Gute!

Viele liebe Grüße. Karin (Kelly)



 
 
 
  Paula schrieb am 14.10.2016  
Hallo liebe Kelly,
ich habe ein großes Problem mit meiner Stute und wollte einfach mal fragen ob du Rat weißt. Ich habe seit 10 Jahren diese wundervolle Stute. Wir sind quasi gemeinsam aufgewachsen und haben eine enorme Bindung. Sie wurde damals verkauft weil sie sich gegen jeglichen Druck gewehrt hat und die Menschen mit herkömmlichen Methoden nicht mit ihr zurecht kamen. Ich als kleines Kind war unbefangen, naturverbunden und wollte eine echte Beziehung zu meinem Pferd aufbauen. Druck und Gewalt kam für mich nicht infrage, das Reiten stand nicht im Vordergrund. So entwickelte sich eine Freundschaft und eine starke Verbindung. Nun ist mein Pony aber sehr eigenständig, zeigt starkes uriges Verhalten, ist sehr robust, ein guter Futterverwerter und kommt trotz Offenstallhaltung in sehr netter Herde und genügend Aufgaben und Ausflüge mich mir, mit diesem engen Platz und dem langweiligen Leben im Winter auf dem Paddock nicht zurecht. Sie geht durch jeden Zaun, starker Strom interessiert sie nicht. Sie macht Tore auf, bekommt alle möglichen Verschlüsse auf und zerstört vorsichtig die Pfähle, damit die anderen Pferde mit ihr in die Freiheit kommen
sie kommt auch so unter oder über jeden Zaun. Aus Langeweile macht sie nur Blödsinn und mehr Beschäftigung als jeden zweiten Tag ca 2 Std kann ich ihr nicht bieten. Sie ist sichtlich unglücklich wenn sie nicht dauernd ausbricht und mich macht das sehr traurig. Ich gönne ihr die Freiheit so sehr und würde ihr wünschen, dass sie in einer Halbwilden Herde in Naturschutzgebieten mitlaufen darf. So sehr ich sie auch vermissen würde. Nur gibt es da ja hauptsächlich nur welche mit bestimmten ursprünglichen Rassen (Konik, Dülmener, Exmoor usw). Weißt du vllt von irgendeinem Projekt, wo Pferde zur Landschaftspflege halbwild leben und wo sie mitlaufen könnte? Oder hast du sonst noch eine Idee wie ich ihr helfen kann??
     
   

Kommentar von Kelly zu Eintrag von Paula :

Liebe Paula,

vielen Dank für Deine Zeilen. Ich freue mich sehr, dass Du mit Deiner Stute ein so vertrauensvolles, freundschaftliches Verhältnis pflegst und dass Ihr Beide schon so lange ein so wundervolles Team seid.

Zu Eurem Problem wüsste ich auch nur eine Lösung: viel Platz auf einer großen Weide mit vielen anderen Pferden, damit immer was los ist :-). In einem Naturschutzprojekt wirst Du mit Deinem Pony wenig Chancen haben, einen Platz zu bekommen. Aber es gibt manche Ställe, z.B. Jungpferdaufzuchtpensionen, die endlos große Weiden haben. Vielleicht machst Du Dich da mal auf die Suche, ob Du etwas Passendes findest. Ich drücke die Daumen, dass Du eine Lösung für Dich und Dein Pony findest. Ich wünsche Dir und Deiner Stute weiterhin alles Gute.

Herzliche Grüße. Kelly

 
 
 
  Hannah Hannah schrieb am 17.09.2016  
Oh, das Bild wurde nicht mit hochgeladen, also hier nochmal ;)
     
   

Kommentar von Kelly zu Eintrag von Hannah:

Liebe Hannah,

vielen Dank für das wunderschöne Foto. Das ist das Leben! Mit dem Pferd in der freien Natur - umgeben nur von saftigem Grün und vom Zwischern der Vögel :-). Danke, dass Du mich an diesen großartigen Erlebnissen Teil haben lässt.

Herzliche Grüße. Kelly

 
 
 
  Hannah schrieb am 15.09.2016  
Liebe Kelly,

leider habe ich es noch nicht geschafft an einem Kurs der Bückeburger Hofreitschule teilzunehmen, da im Moment beruflich so viel bei mir los ist. Aber es steht noch fest auf meiner Liste :)
Das was du über das Bauchgefühl schreibst, auf das man mehr hören sollte, ist mir auch in den letzten Wochen wieder klar geworden und das sowohl in Bezug auf Pferde als auch auf meinen Beruf und auf andere Bereichen meines Lebens. Ich neige auch dazu, Ziele zu verkrampft zu verfolgen und dabei das Fühlen zu vergessen. Es ist wirklich erstaunlich, was beim Reiten plötzlich alles klappt, wenn ich bemerke, dass ich mal wieder in eine zu verkrampfte Haltung rein gerutscht bin und daraufhin bewusst entspanne und loslasse.

Das Foto ist im Juli in der Eifel entstanden. Wir haben auf einer schönen Lichtung mit Aussichtsturm Pause gemacht - es war traumhaft dort :)

LG und alle guten Wünsche für dich und deine Lieben,

Hannah
     
   

Kommentar von Kelly zu Eintrag von Hannah:

Liebe Hannah,

ich freue mich riesig, wieder von Dir zu hören :-).

Mir geht es leider auch manchmal so, dass ich in verkrampfte Verhaltensmuster rutsche oder auf "Autopilot" schalte. Das ist wohl eine Begleiterscheinung unserer hektischen Gesellschaft, der wir uns leider nicht entziehen können - vor allem im Beruf stehe ich auch viel "unter Strom", alles muss noch schneller gehen. Umso wichtiger ist es, dass wir die Zeit mit unseren Pferden bewusst genießen und uns auf unseren Körper, auf unser Gefühl, auf unser Sein besinnen. Nur so sind wir offen für den Kontakt mit diesen wundervollen Lebewesen. Offen für das eigentliche Sein und bereit den Moment bewusst zu erleben. Und dies ist eine Bereicherung für Mensch und Pferd :-). Es ist großartig, dass Du auf einen so herrlich gefühlvollen Weg mit Deiner Chana bist. Fühl Dich ganz herzlich von mir umarmt :-).

Viele liebe Grüße. Kelly.

 
 
 
  Katrin Hagen schrieb am 15.09.2016  
Hallo Kelly,
ich habe eben den Eintrag vom 20.8., Marcus, gelesen und deine entsprechende Antwort dazu. - Du hast ihm wunderbar geschrieben und nochmals den großen Unterschied zu deiner Denke und deinem Umgang erläutert.

Wollte dich fragen ob du den Tierfilmer https://marc-lubetzki.de/blog
kennst? Er ist spezialisiert auf das Filmen von Wildpferden, aber um das zu tun, lebte er mit ihnen. Und er hat genau das beobachtet, was du schreibst und wie du denkst.
Wie wunderbar, was du für ein Großartiges instinktives Pferdegefühl hast.
Alles Liebe, Katrin
     
   

Kommentar von Kelly zu Eintrag von Katrin Hagen:

Liebe Katrin,

vielen Dank für Deinen netten Eintrag und den großartigen Webtipp. Ich habe mir das Dokumentationsvideomaterial von Marc Lubetzki bestellt und bin total begeistert. Die Aufnahmen zeigen deutlich wie wichtig Harmonie für die Herde ist. Das Video sollte Pflicht für jeden Pferdemenschen sein! :-)

Herzliche Grüße und alles Gute. Kelly

 
 
 
  Zöller, Ulrike schrieb am 05.09.2016  
Guten Tag! Das ist eine Seite, die den Blickwinkel erweitert und hilft sich selbst zu hinterfragen. Diese Seite lässt mich in manchen Punkten nachdenklich werden. Auf jeden Fall macht mich die Seite auch glücklich. Meine Herde zählt 6 Köpfe. 3 x m 3 x w davon 1 Fohlen. Die Pferde kennen sich (bis auf das Fohlen) seit vielen Jahren. Die Hierarchie ist relativ flach. Das ist mir bereits seit längerem aufgefallen, dass das Betriebsklima sehr gut ist. Es gibt nicht das klassische "Gammatier". Meine Herde fühlt sich frei.... alles Zweibrücker und Trakehner Warmblüter, typische Hauspferde und trotzdem frei auf ihrem kilometerlangem Areal mit eigenem Wald. Das Entspannte dieser Herde färbt auf die Menschen ab. Früher, als meine Pferde noch Boxen bewohnen mussten, hat die Anspannung des Menschen auf die Pferde abgefärbt. Der Artikel macht mich glücklich weil ich mich darin auch wiederfinde. Danke. Viele Grüße Ulrike Zöller, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Pferdegestützte Therapie www.therapieampferd.de
     
   

Kommentar von Kelly zu Eintrag von Zöller, Ulrike:

Liebe Frau Zöller,

herzlichen Dank für Ihre Worte. Ich freue mich sehr, dass auch Sie die Erfahrung machen, dass Pferde harmoniebedürftige, sanfte Lebewesen sind. Ihre Webseite und die Arbeit, die Sie leisten und vorstellen ist wunderbar. Ich wünsche Ihnen weiterhin von ganzem Herzen alles Gute und viel Erfolg.

Viele Grüße. Kelly

 
 
 
  Marcus schrieb am 20.08.2016  
Hallo Kelly,
gerade wenn um Pferde geht, dann wird Frau/Mann immer gern kategorisch. Natürlich gibt es selten den gewaltfreien Weg zwischen Mensch und Pferd. und da unser Umgang mit Wildpferden, wobei ich glaube dass die wenigsten Menschen ein Interesse haben mit Wildpferden umzugehen, fast ausgeschlossen ist, können wir wohl das abgewandelte Veralten in einer Hauspferdeherde als gegeben annehmen. Ich kann nicht für Monty Roberts sprechen, außer dass ich dir Recht gebe dass ich einem Pferd nicht beibringen kann in den Hänger zu gehen, wenn ich den Raum vor dem Hänger durch Gitter verenge, aber ich habe sehr positive Erfahrungen mit Parellis Methoden gemacht. Ich sehe das Halfter und den Strick gerade am Anfang eher als Fesselung des Menschen an das Pferd und nicht umgekehrt. Das Pferd beherrscht die Regeln die für ein Zusammensein existieren bereits nach der Geburt, der Mensch hat sie im Laufe seines Lebens verlernt. Durch die Bindung mit dem Strick oder die räumliche Einengung durch einen Roundpen, zwinge ich den Menschen dazu sich dem Pferd gegenüber klar auszudrücken und unmittelbar mit den Folgen seines Handelns konfrontiert zu werden. Der Mensch kann sich dem Pferd nicht so leicht entziehen. In dieser Situation muss der Mensch lernen klare Ja oder Nein Entscheidungen zu fällen.
Zum Thema Dominanz, wobei ich eher Respekt verwenden würde, muss man sich in Erinnerung rufen, dass wir es mit mehreren Zentnern Muskeln und Knochen zu tun haben, die sich beim Spielen öfter mal zärtlich beissen, voreinander steigen und sanft nach hinten austreten wenn ein Herdenkollege zu dicht von hinten aufrückt. Die Folgen für die die untereinander spielenden Pferde sind ziemlich gering doch für den Menschen äußerst unangenehm. Bringe ich dem Pferdebesitzer als bei, dass er seinen persönlichen Freiraum dem Pferd gegenüber durchsetzten sollte und er lernt dass er durch seine Körperhaltung diesen durchsetzten kann, nehme ich häufig soviel Stress aus der Pferd Mensch Beziehung, dass beide Seiten endlich die Chance haben, miteinander zu sein. Das verlangt aber, dass der Mensch dem Pferd gegenüber klar macht, dass er ranghöher ist. Nur so kann er das Spiel unterbrechen, die notwendige Hufpflege oder die Versorgung für Verletzungen übernehmen. Für die meisten die mit ihren "Problempferden" nicht mehr klar kommen ist das Durchsetzen des eigenen Freiraums das erste Mal, dass sie sich dem Pferd gegenüber klar kommunizieren.
Den Begriff Gewalt würde ich gänzlich streichen, denn dabei kommt es immer wieder auf die Perspektive an. Wenn ein Pferd gefüttert wird und nicht besseres zu tun hat als seinen Kopf in den Eimer zu stecken sobald der auftaucht, ob an dem Eimer noch ein Mensch hängt oder nicht, oder seinem natürlichen Drang zu folgen und das gebracht Heu für sich zu beanspruchen obwohl da noch ein Mensch im Weg steht, so definiere ich das als eine Form von Gewalt vom Pferd gegenüber dem Menschen. Wenn man mit seinem Pferd ausreitet dabei ist die Zäumung vollkommen egal, bestimmt der Mensch in den meisten Fällen die Richtung, die Geschwindigkeit und die Dauer des Ritts. Das Pferd würde wohl ohne Reiter selten an saftigen Weiden, wenn die Situation sicher ist, einfach vorbei gehen. Also kann auch das eine Form von Gewalt sein. Reden wir statt von Gewalt oder Gewaltfreiheit über Konsequenz. Das konsequente Einfordern von den gegebenen Regeln sorgt in jeder Herde für das Überleben und das gilt für beide Seiten. Das jedes Handeln eine Konsequenz beinhaltet wissen Pferde während sich der "liebende Pferdemensch" meist jeglichem konsequenten Verhalten entzieht. Sie loben ein bisschen, weisen ein bisschen zurecht it - ein Verhalten dass für Pferde vollkommen unverständlich ist. Das ist eine Sache die man durchaus von lernen kann, wenn man Parelli oder Monty Roberts beobachtet. Sie stellen dem Pferd eine Aufgabe und sobald das Pferd anfängt die Aufgabe zu erfüllen schweigen sie konsequent. Ansonsten wird das Pferd konsequent auf die Aufgabenerfüllung hingewiesen um sofort zu schweigen wenn das Pferd sich an die Arbeit macht. Konsequenz bei der Zeit mit dem Pferd bedeutet den Moment nur für das Notwendige zu nutzen. Wenn das Pferd eine Aufgabe erfüllt hat nutzt man den kommenden Moment nur dazu, es dafür zu loben. Macht es einen Fehler nutzt man ihn um das Pferd auf den Fehler hinzuweisen um einen Moment zu bekommen in dem man es loben kann.
Das gilt auch für das Reiten. Man stellt dem Pferd eine Aufgabe, z. B. gehe von A nach B im Schritt und sobald das Pferd diese Aufgabe angenommen hat, ist es mein Job ihm das möglich zu machen. Ausbalanciert sitzen, das Ziel im Blick behalten und das Umfeld für die Miniherde zu scannen. Das gilt solange bis eine neue Aufgabe ansteht. Lässt man die Menschen außer Acht die bei einem Pferd nichts zu suchen haben, so sind es meist die "Perdeliebhaber" die ihre Pferde bei leichten Aufgaben verbal und körperlich nerven. für jeden Schritte des Pferdes kommt aktiv eine Wade, als müsse man dem Pferd sagen dass es für das Gehen jeweils einen Huf vor den anderen setzten muss. Stellt euch vor es ginge neben euch einer her der sagt: "Linker Fuß, rechter Fuß, linker Fuß....." nach wenigen Minuten würdet ihr die Lust am Gehen verlieren.
Liebe Kelly, wir beide teilen die Liebe zu den Pferden und haben, jeder auf seinem Weg, gelernt, dass eine gesunde Beziehung zu Pferden nur funktioniert wenn man mit dem Pferd klar kommunizieren kann. Dazu muss man aber zu sich selbst stehen und echt sein und andere Menschen mit Pferden auf diese Tatsache und den Weg dorthin, hinzuweisen. Wir sollten Menschen erklären dass für das Pferd das Kommen und Nehmen eines Leckerlis keine Nähe bedeutet, aber wie schön Nähe ist wenn man in der Abenddämmerung auf der Koppel steht, das Pferd kommt, sich neben einen stellt und einfach nur, scheinbar ewig, dicht neben einem steht. Wir dürfen Fehler machen, denn Pferde verzeihen sehr schnell und begrüßen jeden unserer Versuche endlich mit ihnen in ihrer Sprache zu kommunizieren.
Viel Spaß noch!
     
   

Kommentar von Kelly zu Eintrag von Marcus:

Hallo Marcus,

vielen Dank für Deine Meinung.

Mein Text Dominanz & Co. enstand vor mehr als 10 Jahren, seitdem wird glücklicherweise immer mehr in der Richtung geforscht. Nahezu alles bestätigt meine eigenen Beobachtungen und Erkenntnisse.
Es gibt viele neue Forschungsergebnisse und Studien von Fachleuten, die bestätigen, dass das Herdengefüge von Pferden und anderen sozialen Lebewesen viel komplizierter ist als bisher allgemein angenommen. In Herdengemeinschaften hat die Harmonie und der Zusammenhalt unter den Individuen höchste Priorität, es gibt keinen A, der B dominiert und B, der C dominiert etc. - soviel steht bisher einwandfrei fest.
Dass eine eindeutige Kommunikation und das Wissen um die Sprache der Pferde die Grundvoraussetzungen für eine harmonische Mensch-Pferd-Beziehung sind, ist selbstverständlich.
Das alles mit den Hintergründen, Zusammenhängen und Studienergebnissen hier zu erklären, würde den Rahmen eines Gästebuches sprengen.
Wenn Du Dich genauer mit dem Sozialverhalten von Pferden auseinandersetzen möchtest, empfehle ich Dir die Bücher von Fachleuten, z.B. der angewandten Pferdeethologin Marlitt Wendt - siehe auch die Webseite www.Pferdsein.de . Besonders empfehlenswert sind die Bücher von Marlitt Wendt "Wie Pferde fühlen und denken" + "Vertrauen statt Dominanz" + "Die Intelligenz der Pferde".


Dass der vertrauensvolle, gefahrlose Umgang mit Pferden ohne Dominanzgehabe funktioniert, beweisen mir meine Pferde täglich aufs Neue. Ich versuche auf den Bildern hier immer wieder, dies sichtbar zu machen. Und ich bin nicht die einzige Pferdefrau, die diese Erfahrungen macht.
Wenn Du die Augen und vor allem Dein Herz öffnest, wirst Du viele Beispiele erkennen.
Was wir Menschen jedoch unbedingt benötigen, um am freundschaftlichen Miteinander mit Pferden Teil haben zu können, ist die Fähigkeit zur Selbstkritik und die Bereitschaft, die Bedürfnisse der Pferde ernst zu nehmen. Dabei meine ich nicht die Bedürfnisse wie Futter, Sozialkontakt, Bewegung, etc., denn das sollte sowieso selbstverständlich sein - vielmehr meine ich die Bedürfnisse der Pferde nach Verständnis, Mitgefühl und Vertrauen.
Wenn ich dem Pferd Vertrauen schenke und dem Pferd eine Meinung zugestehe, motiviert das die Pferde am Meisten. Dass dies in keinster Weise mit Getüddel zu tun hat und Pferde zu höchsten Leistungen motiviert, zeigen die Fotos auf meiner Webseite - glaube ich - einigermaßen deutlich.
Wenn Du nach noch mehr Beispielen suchst, so empfehle ich die Bücher "Selbstbewusste Pferde" von Imke Spilker und "Bodenarbeit" von Babette Teschen.


Dieser offene, ehrliche Weg mit den Pferden erfordert weiterhin von uns Menschen, jeden falschen Stolz abzulegen und "unbewaffnet" mit dem Pferd zu kommunizieren.
Wer bereit ist, sein eigenes Verhalten mit Hilfe der Pferde zu reflektieren und sich auf die echte Begegnung mit Pferden einzulassen, wird oft mit sich selbst kämpfen, immer wieder sein Ego in Frage stellen und stets offen und achtsam mit der eigenen Motivation umgehen müssen.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen den Mut und die Kraft, einen solchen Weg zu wagen.
Der erste Schritt ist der Schwierigste, aber wenn Du einmal die Offenheit der Pferde spürst, so wirst Du alle anderen Wege verwerfen, auch wenn diese einfacher sind, denn das echte Vertrauen von Pferden zu erhalten, ist das wundervollste Geschenk und gibt ungeheuer viel Zuversicht, Kraft und Vertrauen in die eigene Persönlichkeit.

Viele Grüße und alles Gute. Kelly



 
 
 
  Maren schrieb am 06.08.2016  
Hallo Kelly,
vielen Dank für deine Seite. Ich habe dich gefunden weil ich eine sehr dominate Stute habe und keine Lust mehr habe mich mit ihr zu streiten. Habe dich am Montag über Google gefunden, mich ganz viel bestätigt gefühlt in meiner eigenen Version und das was mir die Trainer gesagt haben über Bord geschmissen, seit Dienstag und bis heute sind wir sehr sehr harmonisch. Einfach autentisch sein, das hilft. Danke für deine tolle Seite, für deine Gedanken, die du sehr sehr gut rüber bringen kannst.
LG Maren
     
   

Kommentar von Kelly zu Eintrag von Maren:

Liebe Maren,

vielen Dank für Deine netten Worte, die mich tief berührt haben. Ich freue mich sehr, dass ich Dir mit meinen Texten und Bildern helfen kann, auf Dein Gefühl zu vertrauen. Pferde sind sehr harmoniebedürftige Wesen, die sehr glücklich und dankbar sind, wenn wir Menschen bereit sind, uns auf ihre Welt einzulassen.

Ich möchte Dir gerne noch ein paar Webseiten zum Stöbern empfehlen :-):

www.kommunikativepferde.de

www.Wege-zum-Pferd.de

www.pferdsein.de

Viele herzliche Grüße und alles, alles Gute!

Kelly

 
 
 
  Julia schrieb am 12.07.2016  
Hallo Kelly,

danke für die Hintergrundinformationen zu Lea und Smokey weiter unten. Wie unterschiedlich die beiden doch sind. Fee ist wohl eher wie Lea. Am Anfang hat sie auch gebissen und gezielt getreten, wenn kein anderer Ausweg bestand. Wie schrecklich resolut. Das kannte ich von meiner sensiblen alten Stute nicht. Und Hängenlassen (wie Smokey es wohl nett findet) findet sie langweilig. Wie deine Lea macht sie nur mit, wenn ich mit ganz viel eigener Begeisterung bei der Sache bin. Sobald diese auch nur ein bisschen nachlässt, wendet sie sich sofort ab. Aber ich muss sie halt nehmen wie sie ist. Und wenn ich wirklich begeistert bin und sie überschwenglich lobe, guckt sie ganz verdattert und zufrieden. Das ist auch richtig nett. Mark Rashid sagte mal in einem Buch, dass Pferde (und manche mehr als andere) wissen, dass sie keine unnötige Energie verschwenden dürfen. Fee ist so eine, die das ganz genau weiß :-)
Liebe Grüße
Julia
     
   

Kommentar von Kelly zu Eintrag von Julia:

Hallo Julia,

ich denke, dass Pferde wie Lea - und wohl auch Fee - besonders viel Achtsamkeit, Bewusstheit, Präsenz, Authentizität und Feingefühl von ihrem Menschen fordern. Für uns Menschen ist das manchmal ziemlich anstrengend und sicherlich nicht immer leicht. Dennoch bin ich sehr dankbar, eine so konsequente, "strenge" Pferdedame wie Lea an meiner Seite zu haben :-).

Viele liebe Grüße. Kelly

PS. Mein Lieblingsbuch von Mark Rashid ist "Der von den Pferden lernt" - sehr empfehlenswert :-)!

 
 
 
  Daniela Daniela schrieb am 02.07.2016  
Hallo,
Ich bin sehr angetan von deiner Seite und die Umsetzung wie man unter anderem mit Pferden umgehen kann. Ich hatte in meinem Leben wenig mit Pferden zu tun, die Angst war und ist auch noch einfach zu groß. Durch negative Erfahrungen in der Kindheit mag ich weder Kühe oder Schweine. Jedoch von Pferden fühlte ich mich immer angezogen. Jetzt ist ein Punkt da wo ich mich dieser Angst stellen möchte und dabei hilft mir eine Freundin sehr. Das Internet ist ja voll mit Tipps mit dem richtigen Umgang von Pferden. Für mich als Neuling unglaublich verwirrend und ich schwanke jeden Tag was das richtige ist. Heute denke ich, tolle pferdetrainerin mit super Ideen etc. Morgen denke ich der andere hat es besser drauf. Und in meinen Kopf denke ich immer das die Pferde mich gedanklich verstehen soll. Jedoch belächel ich mich dann weil jeder sagt das es nicht funktioniert. Eine liebe Freundin macht seit einigen Jahren Energiearbeit mit mir und daher weiß ich was für kräfte dahinterstecken können.
Und jetzt finde ich deine Seite, bin absolut sprachlos weil du das beschreibst was ich denke und fühle. Es bestärkt mich weiter auf die Emotionale Seite zu setzen und das Vertrauen der Pferde zu bekommen. Ich hoffe das meine Angst verschwindet und ich durch Pferde mehr Selbstvertrauen erlernen kann.
Danke für deine Seite :-)
Es grüßt ganz lieb Daniela
     
   

Kommentar von Kelly zu Eintrag von Daniela:

Liebe Daniela,

herzlichen Dank für Deine Zeilen und das wunderschöne Foto.

Ich freue mich sehr, dass Du Dich auf den Weg machst, ein echtes, ehrliches Verständnis für Pferde zu entwickeln. Ich erlebe jeden Tag aufs Neue, dass eine auf Gefühlen und Gedanken basierende Verständigung mit Pferden (genauso wie mit Hunden und Katzen) nicht nur möglich ist, sondern irgendwann sogar selbstverständlich wird. Ein inneres Bild mit dem dazugehörigen Gefühl wird zur Verständigungsgrundlage. Es ist traurig, dass viele Menschen diese wundervolle Erfahrung niemals machen, weil sie sich selbst im Wege stehen (noch trauriger für die dazugehörenden Pferde). Pferde sind sehr feinfühlige, kooperative, harmoniebedürftige Geschöpfe, wenn etwas nicht so gut läuft, liegt das meistens am Menschen nicht am Tier. Sicherlich wird kein Mensch von heute auf morgen "Pferdeversteher", jedoch spüren Pferde unsere guten, wohlwollenden Absichten und bemühen sich dann sehr um Verständnis und Kommunikation. Vorausgesetzt natürlich die entsprechenden Pferde wurden nicht völlig auf jegliche Kommunikation abgestumpft.

Ich bin überzeugt, wenn Du weiterhin mit Gefühlsenergie an die Sache rangehst, werden Dir die Pferde helfen, Deine Angst zu überwinden.

Ich möchte Dir an dieser Stelle noch die Bücher von Marlitt Wendt (www.pferdsein.de) empfehlen. Auch die Webseite von Babette und Tania: www.wege-zum-pferd.de ist sehr lesenswert.

Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute auf Deinem Weg.

Viele liebe Grüße. Kelly

 
 
 
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